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Abi-Rede 2015 von Jan Schäfer

Es war einmal vor langer Zeit in einer weit, weit entfernten Galaxis...

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...naja, eigentlich ist es noch gar nicht sooo lange her und sooo furchtbar weit weg war es auch nicht.

...jedenfalls...

Nach den Wirren in der noch jungen Republik hat sich eine Allianz von jungen, motivierten, ambitionierten, schönen,...#räusper, Bürgern entschieden aus ihrem Schatten hervorzutreten und an der Akademie der abendlichen Mächte die harte und schwierige Lehre zum Abi-Ritter anzutreten.

Verstärkt wurden die Reihen der Schüler in der 4-jährigen Abi-Ausbildung von weiteren Abi-Schülern, die sich erst später aus den weiter entfernten Spiralarmen der Galaxie auf den Pfad der Macht begaben.

Auf diesem langen, beschwerlichen und entbehrungsreichen waren sie stets bestrebt das Gleichgewicht der Mächte zu wahren und ließen sich durch Rückschläge und Verluste in den eigenen Reihen nicht von der Verfolgung ihres Ziels abbringen; das Ziel ein ABI-Ritter zu werden.

Zu Beginn der Ausbildung wirkten die unkonventionellen Abi-Meister und deren Lehrmethoden auf so manchen Pabiwan zunächst befremdlich. Dies mag man aber dem ungestümen Naturell ihrer Jugend zuschreiben...

Mit Fortschreiten der Ausbildung erschlossen sich dann aber Tragweite und Einflussbereich der Macht und auch die Notwendigkeit so mancher Lerneinheit (mit Ausnahme von Ausrutschern=>Ödipus-Film!).

Viele lehrreiche Stunden lauschten die wissbegierigen Pabiwan ihren Meistern und Meisterinnen in der Akademie. Um der Mächte letztlich ganz gewahr zu werden mussten sie aber auch ohne deren Aufsicht und Mithilfe ihr Wissen und ihre Fertigkeiten außerhalb der Akademie vertiefen.

In den verschiedenen Elementen der Macht wurden die Pabiwan durch Spezialitäten und Vorlieben der jeweiligen Abi-Meister unterrichtet und näher an diese herangeführt.

Meister Rekrut erstaunte seine 'Rekruten' (wie oft er dieses innovative Wortspiel wohl schon gehört hat?) stets mit einem nicht enden wollenden Fundus an Fakten und Weisheiten des Lebens, die einfach nur so aus ihm heraussprudelten...etwa in der Form :"Wenn schon die Photosynthese du selbst nicht vollführen kannst du wenigstens die Energie-und Stoffbilanz beherrschen musst" oder "Der Bachflohkrebs ein eindeutiges Anzeichen für die gute Seite der Gewässerqualität ist, hingegen eine Rattenschwanzlarve dich auf die dunklen Pfade der Gewässergüte führt."

Auch der junge und aufstrebende Meister Obi Kreutz Kenobi verblüffte seine Pabiwan mit ungeahnten Fähigkeiten wie der Herstellung eines äußerst schmackhaften Blechkuchens und erschuf bei ihnen ein Gespür für die allgegenwärtige Nostalgie. Neben der Tugend sich aufs Wesentliche zu konzentrieren (stick to the fundamentals!) vermittelte er auch mit Hilfe von Ballontieren den Zusammenhalt der Mächte auf molekularer Ebene...und den einen oder anderen unverhältnismäßig flachen Witz gabs auch immer mal wieder zu hören.

                Neben ihm hatte sich auch Meisterin Klinkner der Macht der Kommunikation fremder Zivilisationen verschrieben. Zu einer ihrer Spezialitäten zählte sie den fast schon vergessenen Dialekt einer Minderheit aus den Hochlanden einer unbedeutenden Insel. Mit wem sie so kommunizieren konnte bleibt jedoch ihr Geheimnis! Geheimnisse brauchte oder besser konnte man vor ihr jedoch keine haben! Sie war nämlich eine Expertin auf den Gebiet verschiedener, heute äußerst fragwürdiger und martialischer 'Befragungstechniken' aus grauer Vorzeit, die mit Hilfe von haarsträubenden Gerätschaften ausgeführt wurden. Allein das Wissen darüber war jedoch furchteinflößend genug, sodass keiner der Pabiwan sich je von deren Funktionalität überzeugen lassen musste.

Meisterin Waschbüsch begeisterte durch Anekdoten und Bezüge zu historischen Ereignissen (dank ihr weiß ich nun mit dem Ausdruck 'ungläubiger Thomas' etwas anzufangen), aber auch mit experimentellen und teilweise fragwürdigen Unterrichtseinheiten (Wiener Wald=>Zettelaufgabe???). Vielleicht hatte sie sich mit Meister Obi Kreutz Kenobi abgesprochen um somit die Fähigkeit sich aufs Wesentliche zu konzentrieren zu testen...

Auf multimedialer Ebene der Macht engagierte sie sich und bereicherte die Pabiwan mit bewegten Bildern und auditiv ansprechenden Klängen.

Ihre Königs- oder besser Königinnendisziplin war und wird die Paraphrase bleiben. Ohne Rücksicht oder Gnade wurde von ihr wegparaphrasiert wer oder was auch immer sich ihr in den Weg stellte. Um diese Macht zu erlangen forderte sie in Übungsstunden dies auch bedingungslos von den Pabiwan ein.

Diesem Bereich der Macht hatte sich auch Meister Barth (mit englischem 'th') verschrieben. Seine Lerneinheiten konzentrierten sich aber auf die Vermittlung geheimster Kampf- und Entspannungstechniken, die er sich auf seinen Reisen durch den mysteriösen Kaukasus-Nebel angeeignet hatte.

Um sich in den Weiten der Galaxie auch zurecht zu finden, wurde den Pabiwan mit Meister Hofmann ein mächtiger Navigator zur Seite gestellt. Und nicht nur von der Orientierung in Raum und Zeit, sondern auch von Konflikten und Handel in vergangenen und zukünftigen Tagen wusste er zu berichten. Stets diplomatisch und voller Eifer nahm er seine Pabiwan in den Lerneinheiten mit um mit ihnen die Umgebung oder auch interstellare Großereignisse zu erkunden.

Meister Vordermayer wird in aller Regel auch den Meistern der Sprache zugerechnet. Bei unseren Pabiwan bestand seine Aufgabe allerdings ausschließlich darin bei ihnen ein Gespür für die Mächte der Vergangenheit zu entwickeln und wie diese sich in Gegenwart und Zukunft auswirken könnten. Dabei war er ein ständiger Prediger und Vollstrecker des allgegenwärtigen Wahlspruchs der Akademie der abendlichen Mächte: KKK - Keine Knade Knägges!

Doch nicht nur an die dunkle Seite der Macht verloren die heutigen Abi-Ritter junge Mitstreiter, von denen sie sich im Laufe der Ausbildung trennen mussten. Auch von Abi-Meistern der alten Schule mussten deren Kollegen und die Pabiwan sich trennen. Allerdings sind diese nicht der dunklen Seite der Macht verfallen...

Hier sei Meisterin Qui Gon Pfeiffer genannt, die sich bis zum Schluss vollends der Macht verschrieben hatte und die Pabiwan auch noch in der Vorbereitung zum furchteinflößenden Abitur briefte. Für sie stand aber mit Meister Kummer ein mehr als würdiger Nachfolger bereit, der seiner Vorgängerin an Tatendrang und Erklärungswillen in nichts nachstand.

Weiterhin mussten sie dem von allen Seiten liebgewonnenen Druiden C3P-Theison Lebewohl sagen. Er drohte seine Laufzeit zu überschreiten. Die Fabrikanten aus der Zeit seiner Herstellung waren der Macht einer geplanten Obsoleszenz noch nicht gewahr. Er wurde, mit einigen Updates und Special Features versehen, durch den sympathischen und quirligen Druiden R2-Nemec ersetzt.

Auch Meister Rekrut wird nun nach uns oder mit uns die Akademie der abendlichen Mächte verlassen und sich vermehrt den Klein- und Kleinstlebewesen in seinem privaten Habitat widmen.

Eigens hierfür hat er sich sogar einen astrodynamischen Millenium- (Falken-)Combi zugelegt...

So...Für alle, die Star Wars nicht mögen, kennen oder sich seit 5min fragen 'Was faselt der lächerliche Typ mit dem Bademantel und dem Kinderspielzeug da vorne?'

Es war lang, anstrengend, nervenaufreibend und -zehrend, aber eben auch spannend, witzig und vor allem lehrreich...und jetzt wos vorbei ist kommts einem auch gar nicht mehr so lange vor. Ging ganz schnell!

Sich selbst einzugestehen, dass man mit dem was man macht nicht zufrieden ist, ist eine Sache. Den Schritt zu wagen bestehende Konstanten und Sicherheiten einfach über den Haufen zu werfen eine ganz andere. Sich wieder in die Schule zu setzen, meist noch neben Beruf und/oder Familie um sich eine neue Perspektive zu schaffen erfordert jede Menge Mut und Selbstvertrauen. Aber das habt ihr, meine lieben Mitschüler, ja auch alle reichlich sonst würden wir ja jetzt nicht hier zusammen sitzen. Man trifft auf dieser Schule ausschließlich auf Charaktere! Ob jetzt beim Lehrpersonal oder unter den Schülern. und hierauf geh ich jetzt nicht weiter ein, da es, wie gesagt, alles Charaktere sind und ich dann über jeden hätte eine Charakterisierung schreiben müssen. Frau Waschbüsch hätte das sicherlich gefallen, aber wissen Sie was ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit nie wieder schreiben werde?...Genau!

Seid stolz auf euch! Ich bin es jedenfalls; und zwar nicht nur auf mich, sondern auch auf jeden von euch!

Wir möchten uns nun bedanken:

                beim Hausmeister, dank dem wir immer schön auf dem Schulhof parken konnten

                bei der Sekretärin Frau Marlenitzer (richtig so?), dank der jetzt jeder die Macht des richtigen Anklopfens verinnerlicht hat

                bei der Cafeteria-Frau Evelyn für die schmackhaften Snacks und nach Bedarf einen netten Smalltalk

                bei all den 'gefallenen' Abi-Rittern, deren Anwesenheit uns im Laufe unserer Zeit am Abendgymnasium bereichert hat (in welcher Weise auch immer!). Schade, dass sie den Weg nicht mit uns zu Ende gehen konnten!

                Danke an die Familien und Partner eines jeden von uns. Ihr habt uns unterstützt, an uns geglaubt, uns ertragen und uns versucht den Rücken freizuhalten.

                Ein einfaches Danke wäre ein Witz oder um es mit Meister Rekruts Worten zu formulieren, ein Furz im Weltall, wenn man bedenkt, wohin Sie uns gebracht haben. Aber mir fällt jetzt auch kein besseres Wort dafür ein...Danke, dass Sie unsere gestressten Gemüter ertragen haben, trotz dessen eine Engelsgeduld hatten und dass Sie an uns geglaubt haben, auch als so mancher schon nicht mehr an sich selbst glauben wollte!

Und zuletzt bedanke ich mich persönlich, wir alle vier, die wir diese Rede im Schweiße unseres Angesichts auf den Weg gebracht haben, bei unseren Mitschülern...ihr geilen Schweine!!!

Ich danke euch für die vielen witzigen Stunden und auch die nicht witzigen...Es hört sich an wie Plattitüden, aber es sind keine. ich meine es genauso wie ich es sage!

Bleibt wie ihr seid und vor allem euch selbst treu! Zieht euer Ding genauso unbeirrt weiter durc! Passt auf euch auf und lasst euch nicht anquatschen!

Ich werd euch nie vergessen, wohl aber vermissen!